Ein Tag den man ganz schnell wieder vergessen möchte…
… so einen hatte ich gestern! Geplant war ein Umzug meiner jüngeren Schwester von Bremervörde nach Bremerhaven zurück. Das wusste ich vorher, aber welche Ausmaße der Tag annehmen würde hatte ich nicht einkalkuliert…
Angefangen hatte alles streng genommen schon Freitag Abend, wo ich nette leichtere Zahnschmerzen bekam, aber unter solchen Umständen finde ich einfach keinen Schlaf, da kann ich machen was ich will… So schlug ich mir die Nacht mit Fernseher und Netbook irgendwie herum immerin der Hoffnung dass die Schmerzen vielleicht doch noch Ruhe geben würden und ich zu meinem Bettchen gehen könnte.Jedoch hörten die Schmerzen erst Samstag morgen um 7 Uhr auf, so dass ich das Schlafen zu diesem Zeitpunkt längst ausgeschlossen hatte, hätte ich mich dann doch noch hingelegt wäre ein krasses Verschlafen wohl die logische Konsequenz gewesen und sowas kann man sich gerade gegenüber der Familie die ja nun einmal Hilfe benötigt dabei nicht antun…
So ging ich um 7 dann noch baden, drohte halb in dieser mollig-warmen Badewanne einzuschlafen, stärkte mich danach mit Kaffee und dann kam gegen 9 Uhr auch endlich die SMS von meiner Schwester, ich möge bitte in 45 Minuten in ihrer neuen Wohnung sein. So gut so schön, ich bin dann auch dort hin und wartete dann auf meinen Schwager un die beiden anderen Helfer. Ein brechend voller Mercedes Sprinter ließ mich erahnen dass dieses Vorhaben unter Schlafentzug nicht ganz einfach werden würde, zumal es nicht absehbar war wann wir denn fertig sein würden. So machte ich mich also an die Arbeit und wunderte mich im Stillen noch darüber wieviel unnützer Krempel da alles mit angekarrt wurde…
Aber es half ja alles nichts, die Sachen musste hoch in den zweiten Stock, insgesamt 18 Stufen. Bei der ersten Ladung gesellten sich gleich einige verdammt schwere Teile hinzu wie ein Kühlschrank, eine Waschmaschine und diverse andere Möbel was bei 18 Stufen hoch nicht ganz ein leichtes Unterfangen ist.
Die beiden anderen Helfer hatten bis 18 Uhr Zeit und mit ihnen schafften wir dann auch noch die zweite Tour die recht ähnlich der ersten aussah. Nervig an der ganzen Sache war vor allem, dass wir immer so weit fahren mussten. Für alle die es nicht wissen: Zwischen Bremervörde und Bremerhaven liegen knapp 65 km, hin und zurück ist man also gut 2 Stunden allein unterwegs. Als die beiden anderen Helfer dann gehen mussten sprang mein anderer Schwager noch ein, der Freund von meiner großen Schwester. Wir fuhren wieder nach Bremervörde, ich fuhr diesmal mit da ich zuvor in der neuen Wohnung gewartet hatte und das erste Missgeschick was mir bei der ganzen Sache unterlief war dass ich in all der Hektik meine Zigaretten vergessen hatte. Nun gut, das ist nicht so schlimm dachte ich mir, einmal noch den Sprinter voll machen kann ja gar nicht so lange dauern…Nun ja… Warum ich immer die bittere Realität vor die Augen geführt bekomme wenn ich dann mal ansatzweise versuche optimistisch zu denken müsste mir dann vielleicht doch nochmal jemand erklären…
Ich und mein Schwager der als Hilfe nun auch noch mitgekommen war fanden das Haus meiner jüngeren Schwester in einen desaströsen Zustand wieder. Planung? Nicht vorhanden! Ordnung? Kein bisschen. Es sah an manchen Stellen wirklich so aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen und viele Sachen mussten wir erst in Umzugskartons verstauen damit wir sie in den Sprinter bekamen. Schnell machte sich leichte Unverständnis breit welche durch das Verhalten meiner Schwester dann zusätzlich noch weiter geschürt wurde die dann schnell zu der Erkenntnis kam dass ein kompletter Transport aller restlichen Sachen in einem letzten Schwung gar nicht möglich sei und so setzte sie sich demonstrativ in den Garten, telefonierte mit wem auch immer und ließ sich für uns unüberhörbar darüber aus was wir alles nicht schaffen würden, was nicht ginge und was sie sonst noch so belastet… Ganz ehrlich? Wäre es nicht meine Schwester gewesen der ich da geholfen hätte, bei jedem anderen wäre dies ein absolutes No-Go und K.O-Kriterium gewesen, ich hätte meine (kostenfreie) Hilfe womöglich sofort eingestellt und es hätte Streit gegeben. Diese Ansicht teilte auch mein Schwager mit mir, der den ganzen Tag bereits in seiner Firma gearbeitet hatte und sich das nicht auch noch geben musste. Nun ja, aber wir ließen uns so wenig wie möglich anmerken, um die explosive Stimmung nicht noch weiter anzufachen…
Nun gut, dann kam mir die Idee dass ich mit Hilfe der Geldkarte meiner Schwester ja nicht wenigstens eine Schachtel Zigaretten am örtlichen Kippenautomat holen könnte und so zog ich eben los um das zu realisieren. Ich fand einen dieser alten Automaten vor, wo man einen Knopf fest reindrücken musste um die Zigaretten raus zu bekommen, ihr kennt sie vielleicht. So probierte ich es und was passierte? Der Knopf ließ sich zwar vollständig hereindrücken, blieb dann jedoch stecken und von Zigaretten im Schacht weit und breit keine Spur… Ich dachte mir dass wenn ich mithilfe meines Schlüssel den Knopf zurückziehe vielleicht wenigstens mein Geld zurück bekäme, Fehlanzeige. Als ich dies tat und der Knopf zurückschnellte registrierte der verdammte Automat das wohl als getätigten Kauf und behielt das Geld ein. Super, 5 Euro für die Katz! Ich ging dann zurück zu meiner Schwester, merkte mir Telefonnummer und die Nummer des Automatens und freute mich schon heimlich darauf den armen Menschen den ich von der Firma am Telefon haben würde ein bisschen an meiner ausgesprochen “guten” Laune ein bisschen teilhaben zu lassen…

Letzte Kommentare