WLAN: Günstig mehr Reichweite
(I)Dieser Artikel überschneidet sich in Teilen mit “Kein DSL? Kein Problem!” von 2009. Der Schwerpunkt hier liegt jedoch auf der Hardware und DSL.
Die Werbung der Hersteller überschlägt sich: “Bis zu 300 Meter Reichweite” oder “bis zu 300 Mbit”.

In der Praxis sieht es aber so aus, dass für die üblichen DSL-Geschwindigkeiten selbst der Nettodurchsatz des etwas älteren Standards 802.11a ausreichen würde, sofern man nicht permanent in der Stadt am Hochgeschwindigkeitszugang Filme herunterläd.

Das Hauptproblem ist aber die Reichweite, vorallem wenn man den DSL Anschluss mit Nachbarn gegenüber, oder mit der Familie im Stockwerk darunter teilt. Zwar gibt es selbst im gut sortierten Elektronikfachmarkt Repeater und Antennen, doch zum einen sind die Preise recht hoch, und die Verkäufer verfügen oftmals über Halbwissen, wenn es um die realistische Einschätzung von Reichweite, Datendurchsatz und Fachbegriffe wie Fresnelzone und Polarisation geht.
Glücklicherweise ist es weder kompliziert noch teuer, ein einfaches Familien- oder Dorfnetzwerk aufzubauen. Lediglich bei größeren Netzwerken wo absolute Anonymität und Bandbreitenzuteilung (Trafficshaping) relevant sind, sollte man zu professionellen Geräten greifen oder sich mit Linux auskennen um einen der vielen Linuxbasierten Router mit bspw. OpenWRT zu konfigurieren.
Einfache Router die WDS, also das “Wireless Distribution System” unterstützen, gibt es beispielsweise bei Pollin für unter 15 Euro.

Für ein Hausnetzwerk reicht es vollkommen aus, das Gerät einzurichten und beispielsweise in das Treppenhaus zu stellen. Dort fungiert es als WDS-Gerät (oder klassisch als Repeater) und sozusagen als Zwischenstation. Achtung: Im klassischem Repeatermodus halbiert sich der Datendurchsatz im Netz.

Sollten die Decken Probleme bereiten, hilft oftmals nur Kabel oder Strom-Netzwerk (“Powerline“). Doch auch bei Power-Line heisst es: Ausprobieren!
Im Nachbarschafts-WLAN hingegen kommt man ohne Antenne selbst unter Optimalbedingungen selten auf die angegebenen 300 Meter. Zum einen sind diese nur im Freien ohne Hindernisse zu erziehlen, zum anderen sind Fenster idR. beschichtet und dämpfen das Signal erheblich.
Also muss eine andere Antenne her. Bei Ebay gibt es für 20 Euro ja Antennen mit 20, 30 oder mehr dbi, 500mW Verstärker und das alles in alle Richtungen.
Doch was bedeuten die Werte?
Das wissen vorallem besagte EBay-Händler offensichtlich am allerwenigsten. Sollten sie es wissen, dann müsste man Ihnen vorwerfen die Kunden zu täuschen, denn solche Wunderantennen gibt es nicht.
Kurz und grob erklärt: dbi gibt den Antennengewinn, also die Signalverstärkung an. Diese wird immer durch eine Richtwirkung, also Signalfokusierung erziehlt.
Elektronische Verstärker zwischen Antenne und Gerät verstärken zwar das gesamte Signal, nicht jedoch den Empfang. Im Gegenteil, das Signal wird zunehmend verrauscht.
Wer also eine Antenne kaufen möchte, muss sich im klaren sein dass die Antenne entweder nur in eine Richtung “zielt”, oder im Falle des Rundstrahlers auf einer Ebene, nicht jedoch im Stockwerk darüber.

Dies kann zum Problem werden, denn ein Router mit Richtantenn strahlt nicht mehr so stark in die eigene Wohnung. Abhilfe schafft hier ein zweiter Router/Repeater, der direkt via Kabel oder unweit von der Richtfunkstation widerrum das Signal verteilt.
Hochwertige Antennen gibt es zwar bei Ebay, diese sind jedoch recht kostspielig. Günstige, einfache Antennen gibt es beispielsweise bei Brennpunkt-SRL.de. Dort hat man nicht nur preiswerte Antennen, sondern auch Fensterdurchführungen, Adapter, und netten Support der einem bei Spezialwünschen (Andere Kabel, Stecker) hilft. Auch gibt es dort Wissenswertes zur Technik und Auflistungen der gängigen Geräte und deren Steckertypen.

Wer bereits Erfahrung hat oder einfach nur eine sehr Günstige Antenne möchte um das Netz bis zum Nachbarn zu erweitern, kann aber auch getrost in Fernost einkaufen. Dealextreme ist sehr zuverlässig und bietet bereits für kleines Geld Richtantenenn mit 8-12dbi, auch wenn die angegebenen Werte oftmals etwas schöngerechnet sind. Bis 22 Euro komplett Zoll- und Steuerfrei (Derzeit 31 Dollar, siehe aktuell gültige Zoll-Währungs-Tabelle).


Mit zwei 8-Euro Antennen und 15-Euro Routern lassen sich je nach Sicht schonmal ein, zwei Kilometer überbrücken. Zu beachten gilt aber, dass die Sendeleistung in Deutschland auf 100mW EIRP (Grob gesagt, Richtwirkung eingerechnet) begrenzt ist. Die meisten Router senden mit 60-80mW, und haben eine 2-3dbi Antenne.
3dbi verdoppeln die Leistung durch Richtwirklung. Bei einer 12dbi Antenne und einem etwas längeren Kabel mit 3dbi Verlust blieben also 9dbi Gewinn. Man müsste den Router also auf 10-12mW Sendeleistung drosseln um die 100mW einzuhalten.
In der Praxis ist die Wlan-Sendeleistung selbst mit Richtantennen zwar weitaus geringer als beispielsweise Handysignale, doch sollte die Funkstrecke andere Stören, sind eventuelle Bußgelder sehr, sehr hoch.
Dieser Artikel sollte natürlich nur einen kleinen Einblick in die verschiedenen Angebote darstellen. Günstiger geht es sicherlich meist immer. Selbst mit etwas Pappe, Alufolie oder Blech lassen sich einfache Parabolkonstruktionen fertigen, die tatsächlich ein paar dbi Antennengewinn produzieren und manch wacklige Verbindung auf die Sprünge helfen.

Antenne an einen billigen USB-Hub mit dünnem Kabel, ins Fenster einklemmen, und das ganze in ein mit Alufolien-Reflektor in eine Frischhaltedose. Gewinn. Geschätzte 3dbi im Vergleich zum Router hinter dem Fenster, mit Alureflektor ca. 5dbi.
Auch mit UMTS-Sticks klappt dies bestens. Selbst der genannte Shop
“Brennpunkt-SRL” bietet eine “Stick-Schüssel” an.
Für sogenannte “Woktennas” reicht aber auch etwas handwerkliches Geschick:
http://karlherrick.com/dev/2006/02/10/woktenna/
http://www.usbwifi.orconhosting.net.nz/

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